Pressemitteilung der LTK Hessen vom 01.12.2005

Landestierärztekammer Hessen gegen Bachelor- und Master-Abschluss für Tierärzte

Der so genannte Bologna-Prozess beinhaltet die Schaffung eines gemeinsamen Hochschulraumes in Europa mit Harmonisierung der Studienabschlüsse. Die vorgesehene Einführung gestufter Studiengänge mit Bachelor- und Master-Abschluss für Tierärzte wird von der Landestierärztekammer Hessen abgelehnt. In einer Resolution haben sich Hessens Tierärzte gegen dieses Vorhaben ausgesprochen.

"Nach unserer Überzeugung würde die Umgestaltung der deutschen Tierärztlichen Ausbildungsordnung nach dem Bachelor-/Master-Modell zu Qualifikationsverlusten in der tierärztlichen Ausbildung führen", so Prof. Dr. Alexander Herzog, Präsident der Landestierärztekammer (LTK). "Eine Absenkung des tierärztlichen Ausbildungsniveaus muss jedoch verhindert werden."

Der LTK-Präsident erläuterte weiter, dass der hohe Qualitätsstandard, den die Gesellschaft zu Recht von einem Tierarzt erwartet, durch einen 3 - 4-jährigen Bachelor-Studiengang nicht zu gewährleisten sei. Nur ein qualifizierender Abschluss einer Universität oder Hochschule, so wie er derzeit vorgeschrieben sei, vermittele die Voraussetzungen zum Beruf des Tierarztes. Für Bachelor-Absolventen in den akademischen Disziplinen des gegenwärtigen tiermedizinischen Studienganges gibt es weder ein geeignetes tierärztliches Berufsbild noch einen Arbeitsmarkt.

Der Versuch, Anpassungsprozesse bei der Universitäts- und Hochschulausbildung für die Heilberufe - zu denen der Tierarzt-Beruf gehört - mit ökonomischen Sachzwängen zu begründen, sei äußerst fragwürdig. Analog zu anderen Heilberufen bestände für den Beruf des Tierarztes außerdem bereits gegenseitige Anerkennung in Europa.

Auf ihrer Delegiertenversammlung im November 2005 hat sich die Landestierärztekammer Hessen daher in einer Resolution strikt gegen die Einführung der Studienabschlüsse Bachelor und Master für den Studiengang Tiermedizin ausgesprochen. Die Resolution wurde an Bildungs-, Gesundheits- und Verbraucherministerien auf Bundes- sowie auf Landesebene geschickt, weiterhin an die Kultusministerkonferenz, die Hochschulrektorenkonferenz sowie den Wissenschaftsrat.

Für Fragen steht zur Verfügung: Prof. Dr. Alexander Herzog, Präsident der LTK Hessen Telefon 06127 - 90 75 0

Die Resolution finden Sie hier.