14.08.2015

Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst vom 13.08.2015

Land Hessen fördert neue Tierschutz-Professuren mit 2 Millionen Euro

Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute das Konzept für zwei neue Tierschutz-Professuren mit dem Ziel "3-R" an der Goethe-Universität Frankfurt und der Justus-Liebig-Universität Gießen vorgestellt. Die Abkürzung steht für Forschungsmethoden, die das Leiden von Versuchstieren vermindern, durch alternative Arbeitsweisen ersetzen oder ganz vermeiden. Die Landesregierung unterstützt die Professuren in den nächsten fünf Jahren mit rund 2 Millionen Euro.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: "Die Hessische Landesregierung ist sich der schwierigen Abwägung zwischen den Erfordernissen in der Grundlagenforschung einerseits und den Anforderungen des Tierschutzes andererseits bewusst. Mit den beiden neuen Professuren fördern wir gezielt die Erforschung von so genannten 3-R-Verfahren: Sie ermöglichen, Tierversuche durch Experimente an Materie zu ersetzen (Replacement) oder mit verbesserten Untersuchungstechniken zu vermindern (Reduction). Schritte, die Versuchsabläufe im Sinne der Tiere optimieren, zählen zum Punkt Refinement."

Im März 2014 hat die hessische Landesregierung die Professuren ausgeschrieben und Gutachter die Konzepte der Hochschulen prüfen lassen. Die Wahl fiel auf die Goethe-Universität Frankfurt und die Justus-Liebig-Universität Gießen: Beide Konzepte bedienen verschiedene Aspekte der 3-R-Forschung und ergänzen sich.

"Die Goethe-Universität Frankfurt setzt auf die Weiterentwicklung zellulärer Systeme, um neu entwickelte Wirkstoffe zu testen. Sie legt mit diesem Ansatz einen Schwerpunkt auf die Replacement-Strategien, die Ersatz für Tierversuche suchen. Am Standort Mittelhessen existiert bereits eine Professur für Tierschutz und Ethologie, die zurzeit unbesetzt ist. Die Justus-Liebig-Universität Gießen hat zugesagt, die Professur für Tierschutz und Ethologie mit moderner 3-R-Ausrichtung wiederzubesetzen. Zudem wird das Land eine zusätzliche Professur zum Aufbau einer Nachwuchsgruppe in der 3-R-Forschung für fünf Jahre finanzieren. In Gießen wird die 3-R-Forschung auf beide Professuren verteilt, wobei die neu zu besetzende Professur für Tierschutz und Ethologie sich auf die Aspekte des Refinements, also der Optimierung von Tierversuchen, konzentrieren wird", so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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